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Vom inneren Ungleichgewicht zum Burnout: Warum der Weg für CEOs oft kürzer ist, als sie denken
Burnout ist selten ein plötzlicher Absturz, sondern eine schleichende Verschiebung. Diese fünf Stufen durchlaufen Führungskräfte typischerweise – oft schneller, als ihnen bewusst ist.
4. November 2026 · 4 Min. LesezeitBurnout ist selten ein plötzlicher Absturz. Meist ist es eine schleichende Verschiebung – von Balance hin zu chronischer Überlastung. Bei CEOs verläuft dieser Prozess oft besonders unbemerkt, weil das Umfeld die frühen Symptome mit „Leadership-Härte“ verwechselt.
Hofstetter zeigt in „Die Leiden der Leitenden“, wie bestimmte Muster am Anfang die Karriere fördern – und später zur Falle werden. Typischerweise lassen sich fünf Stufen unterscheiden.
Stufe 1: Funktionale Überanpassung
Hohe Leistungsnormen, perfektionistische Ansprüche, maximale Verfügbarkeit – und das System belohnt dich dafür: mit Karriere, Status und Einfluss. Genau deshalb fällt in dieser Phase niemandem etwas auf.
Stufe 2: Innere Disbalance
Schlafstörungen, Reizbarkeit, Rückzug und Sinnzweifel („Wofür mache ich das alles eigentlich noch?“) tauchen häufiger auf. Noch lassen sie sich wegkompensieren – mit noch mehr Disziplin, noch mehr Kaffee, noch mehr Kontrolle.
Stufe 3: Festgefahrene Stress- und Beziehungsmuster
Du gerätst immer wieder in dieselben Konflikte, delegierst weniger, kontrollierst mehr und wirst emotional kälter. Jetzt beginnt auch dein Umfeld mitzuleiden – Team, Board, Investoren.
Stufe 4: Verlust an Steuerungsfähigkeit
Die Qualität deiner Entscheidungen sinkt. Es kommt zu Blackouts, wichtige Entscheidungen werden vermieden, stattdessen herrscht Aktionismus bei Nebenthemen. Spätestens hier ist die Grenze von „viel Stress“ zur beginnenden Dekompensation überschritten.
Stufe 5: Burnout-Syndrom
Massive Erschöpfung, emotionale Abstumpfung und ein deutlicher Leistungsabfall – häufig in Kombination mit depressiven Symptomen oder Substanzmissbrauch.
Warum es bei CEOs so schnell gehen kann
Der Weg von Stufe 2 zu Stufe 4 ist bei Führungskräften an der Spitze oft erstaunlich kurz. Krisenmodus, Dauererreichbarkeit und die Einsamkeit an der Spitze wirken wie ein Brennglas.
Deshalb ist es so wichtig, innere Disbalance nicht als „vorübergehende Phase“ abzutun, sondern als echte rote Flagge zu verstehen. Welche Form von Unterstützung in welcher Phase sinnvoll ist, zeige ich dir im nächsten Teil.
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