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Burnout & FührungSerie „CEOs & Burnout“ · Teil 1

7 Burnout-Anzeichen, die du noch wegwischst – aber nicht mehr solltest

Frühe Burnout-Signale sehen bei CEOs lange aus wie normaler Stress – und werden sogar als Leistungsbeweis gefeiert. Diese sieben Anzeichen solltest du ernst nehmen.

4. November 2026 · 4 Min. Lesezeit
Du bist es gewohnt, hohen Druck auszuhalten – das gehört zu deinem Job. Genau das macht frühe Burnout-Signale bei CEOs so tückisch: Sie sehen lange aus wie „normaler Stress“ und werden im Umfeld sogar als Leistungsbeweis gefeiert.
Hofstetter beschreibt in „Die Leiden der Leitenden“, wie aus scheinbar funktionalen Mustern – Perfektionismus, Kontrollzwang, emotionale Distanz – schleichend eine echte psychische Belastung wird. Die folgenden sieben Anzeichen werden von Führungskräften besonders oft verdrängt.

1. Reizbarkeit wird zur „neuen Normalität“

Du bist schneller genervt, zynischer im Ton, härter im Feedback – und rechtfertigst es mit „die Lage ist halt ernst“. Innerlich merkst du: Das bist eigentlich nicht du.

2. Rückzug im Privaten

Du sagst mehr ab als zu. Freunde, Partner oder Familie erleben dich nur noch im Energiesparmodus – oder gar nicht mehr. Nach außen erfolgreich, innen leer: ein klassischer Frühindikator.

3. Schlaf, der nicht mehr erholt

Du schläfst schlecht ein, wachst nachts auf oder fühlst dich morgens wie verkatert, obwohl du offiziell sieben Stunden im Bett warst. Dein Körper signalisiert: Das System steht auf Daueralarm.

4. Arbeit ohne Off-Schalter

Du bist ständig erreichbar, findest keinen inneren Feierabend und brauchst immer stärkere Reize, um herunterzukommen – News, Social Media, Alkohol.

5. Tunnelblick statt strategischer Weitwinkel

Du triffst mehr Kurzschluss-Entscheidungen, schiebst unpopuläre Themen vor dir her und verlierst strategische Tiefe. Entscheidungsmüdigkeit („Decision Fatigue“) gehört zu den frühen Burnout-Signalen im Top-Management.

6. „Es ist nie genug“ als Grundgefühl

Egal, was du lieferst – innerlich kommentierst du: „Hätte besser sein müssen“ oder „Reicht immer noch nicht“. Wenn Selbstwirksamkeit in Selbstabwertung kippt, ist das ein zentrales Burnout-Risiko.

7. Körperliche Warnsignale, die du wegrationalisierst

Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, Spannungskopfschmerzen, ständige Infekte – und du erklärst dir alles mit „zu wenig Sport“ oder „schlecht geschlafen“.

Fazit: Auf das Muster kommt es an

Entscheidend ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Muster über mehrere Wochen. Wenn du dich in mehreren Punkten dauerhaft wiedererkennst und Urlaub nur noch kurzfristig hilft, bist du näher am Burnout, als du glaubst.
Das ist kein Grund zur Panik – aber ein klares Signal, jetzt hinzuschauen statt weiter durchzuhalten. Im nächsten Teil der Serie zeige ich dir, in welchen Stufen sich ein Burnout bei Führungskräften typischerweise entwickelt.
Klaus Rempe

Klaus Rempe

Wirtschafts- und Medizinpsychologe

Seit über 40 Jahren begleite ich Führungskräfte, Unternehmen und Einzelpersonen dabei, mentale Stärke aufzubauen und auch unter hohem Druck gesund und leistungsfähig zu bleiben.

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Institut für Wirtschaftspsychologie und angewandte Hirnforschung Klaus Rempe Dahlweg 97 48153 Münster Deutschland Telefon: +49 172 5342526 E-Mail: klausrempe@gmx.net